What's next?
Zum stehen gekommen
Das metallische Bersten des Flugzeugrumpfs ging in ein ohrenbetäubendes Mahlen über, als die A400M über den schneidenden Boden rutschte und langsamer wurde. Trümmerteile rasselten wie ein Hagelschauer durch den Laderaum, und das Notlicht flackerte stochastisch über das Bild der Zerstörung. Überall mischte sich der beißende Gestank von dampfendem Hydrauliköl mit dem Geruch von nackter Todesangst.
Oberstleutnant Silke Guthörle klammerte sich an ihre Gurte. Doch als der Rumpf mit einem letzten, gewaltigen Ruck gegen eine Baumgruppe prallte, riss eine Verkleidungsplatte mit enormer Wucht ab. Der scharfkantige Metallstreifen traf Silke frontal im Tittenbereich. Die Wucht quetschte ihre große Oberweite gegen ihren Brustkorb. Der Schmerz ließ sie die Augen aufreißen.
„Aaaaaaaaah! Meine Möpse! Meine Möpse! Meine Möpseeeeeee!“, gellte Silkes Schrei durch das Wrack. Der schneidende Schmerz raubte ihr augenblicklich den Atem, tränende Schleier verdeckten ihre Sicht. Sie sackte in sich zusammen, presste die Hände zitternd gegen schwer geprellten, pochenden Möpse. Die militärische Fassung war restlos ausgelöscht – übrig blieb nur das hilflose, keuchende Wimmern einer verletzten Frau. „Meine Möpse! Meine Möpseeeeee! Hilfe... bringt mich hier rauuuuuuus!“
Ein paar Meter weiter lag Sara Manni. Sie war unverletzt geblieben, doch die Todesangst, die schiere Reizüberflutung und das Wackeln der Trümmer ließen ihre Angst nicht weniger werden. Sie krallte sich in die Überreste ihres Sitzes, die Augen weit aufgerissen, die Pupillen weit vor Schreck.
„Ich will nicht sterben! Ich will mein Leben zurück! Schaut doch nicht nur zu, helft mir doch! Das ist die Hölle!“ Sie schüttelte den Kopf, war vollkommen gelähmt vor Schreck und Angst, unfähig, sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen, während der Schweiß von ihrer Stirn tropfte.
Désirée Bäcker hing im Sitz. Durch das Trudeln und herumrutschen im Sitz war die frische Verbrennung an ihrer linken Hinterbacke wieder aufgerissen und rieb schmerzhaft an der harten Gummiauflage. Das heiße, zischende Geräusch einer gerissenen Hydraulikleitung direkt über ihrem Kopf ließ sie in fürchterlicher Angst verharrren.
„Es explodiert! Es explodiert gleich! Wir sterben! Oh Gott, wir werden sterbeeeeeeen“, jammerte Désirée vollkommen hysterisch, während sie mit den Armen wedelte. Sie bettelte und flehte ohne Unterlass, die Stimme vor lauter Schreien völlig heiser. „Ich bitte euch... erbarmt sich doch jemand! Ich sterbe hier! Sascha! Irgendjemand! Ich will nicht so sterben! Mein Gott, ich will nicht so jung sterben!“
Das Wrack knisterte gefährlich – ein einziger, grauenvoller Ausnahmezustand, in dem jeder Sekunde die Gefahr einer vernichtenden Explosion drohte.
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