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Raus hier
Im Cockpit erfüllten das helle Zischen zerrissener Hydraulikleitungen und der dichte, beißende Rauch die Luft. Karsten packte die im Sitz hängende, hysterisch zitternde und kreischende Vivian Mauschwitz am Oberarm und öffnete ihre Gurte.
„Aufstehen! Vivian! Vivian! Jetzt komm schon!“, donnerte er ihr direkt ins Ohr.
Vivian hielt inne, das Gesicht schmutzverschmiert, die Augen weit aufgerissen vor nackter Panik. Karsten riss sie vom Notsitz, stützte sie fest, schob sie vor sich her durch den verzogenen Türrahmen in den Frachtraum – und der Anblick, der sich ihnen bot, glich dem Grauen eines Schlachthauses.
Der Frachtraum war kaum wiederzuerkennen. Das Gestänge war zerschmettert, Bodenplatte waren wie Wellpappe aufgerissen, Kabelstränge hingen wie Eingeweide von der Decke. Überall lagen die Überlebenden zwischen den Trümmern, getränkt vom beißenden Geruch nach Kerosin, Rauch, Schweiß und Urin. Das Jammern, Schreien und Heulen der Verletzten war leise aber unüberhörbar.
Karsten verlor keine Sekunde. Er steuerte direkt auf das eingeklemmte Trümmerknäuel zu, in dem Agnieszka Münch feststeckte. Die schwere Sitzkonstruktion hatte sie unbarmherzig eingekeilt, und eine Querstrebe presste ihr schmerzhaft die massive Oberweite zusammen.
„Meine Titten! Meine Titten! Gott... Karsten! Meine Titten! Sie sind zerquetscht!“, kreischte Agnieszka fassungslos, als sie ihn sah.
Karsten stemmte seine Schulter gegen den verzogenen Stahlträger, schob seine Hände unter das verformte Gestell und holte tief Luft. Mit einem brutalen, verzweifelten Kraftakt stemmte er die Last Zentimeter um Zentimeter nach oben.
„Raus da! Los, zieh dich raus! Raus jetzt“, schrie er.
Agnieszka wand sich unter gellenden Schmerzensschreien hervor. „Meine Titten! Aaaaaah! Aaaaaah!“ – die Prellung an ihren Brüsten brannte wie Feuer, als sie sich unter dem Metall hervorschob. Doch die schiere Angst eingequetscht zu bleiben gab ihr die nötige Kraft. Sie schaffte es, kauerte keuchend im Staub, die Hände auf die schmerzenden Titten gepresst.
Ohne aufzuatmen wandte sich Karsten zu Désirée Bäcker, die hilflos mit ihrem sehr breiten Becken in ihrem zusammengestauchten Sitz keilte, die Feldbluse zerrissen, das Gesicht nass von Tränen. Karsten musste noch einmal hinsehen. Richtig, der linke Träger ihres BHs war abgerissen. Ihre helle, schlaffe flach hängende, sehr wabbelige, große Titte hing einfach an ihr herunter, der kleine braune Nippel mitten im großen braunen Vorhof war steinhart vor Angst.
„Ich kriege dich hier raus, halt still!“, rief Karsten, packte Désirée unter den Achseln und zog sie mit einem kräftigen Ruck aus der Enge. Désirée stieß einen erstickten Schrei aus, als die Wundfläche an ihrem Hintern über die rauen Bleche schabte und sie nach vorne auf alle viere fiel.
„Ihr drei! Raus hier! Sofort nach hinten, da ist der Rumpf aufgerissen!“, brüllte Karsten Vivian, Agnieszka und Désirée zu, während er sich bereits den nächsten Verletzten zuwandte. „Lauft!“
Die drei Frauen stolperten, sich gegenseitig stützend und vor Angst heulend und jammernd, durch den Trümmerhaufen in Richtung des aufgerissenen Hecks. Der Gestank von auslaufendem Treibstoff trieb sie zur Eile.
Vivian, die vor lauter Zittern kaum die Füße heben konnte, verfing sich an einer hochstehenden Metallkante. Sie stürzte der Länge nach auf die harte Laderampe, stieß einen schrillen Schrei aus und schürfte sich die Knie blutig.
„Vivian, weiter! Steh auf!“, quiekte Agnieszka hinter ihr und stieß sie mit dem Fuß an. Agnieszka wollte nur raus aus dem Wrack, raus, bevor es zu brennen anfing. Wenn Vivian nicht aufgestanden wäre, hätte Agnieszka sie zur Seite gestoßen und wäre weiter gekrabbelt. Sie wollte weg, nur weg vom Wrack.
Gemeinsam stolperten, kletterten und rutschten die drei Frauen aus dem brennenden Wrack der A400M hinaus in die dunkle, kalte Nachtluft. Sie stürzten in den Matsch und die Büsche des Waldes, während hinter ihnen der Rauch aus den Trümmern des Flugzeugs quoll.
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