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Chapter 25
by
Reyhani
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Kamera 6
Die nächsten Tage stellten mich vor eine Geduldsprobe. Immer wieder setzte ich mich an den Rechner und checkte die Aufzeichnungen meiner Kameras. Besonders interessierte mich die im Nistkasten in Hans’ Garten. Inzwischen traute ich meiner Frau alles zu. Auch dass sie es mit Hans auf der Terrasse trieb.
Noch interessanter wäre natürlich eine Kamera im Haus gewesen. Vielleicht ergab sich in der Urlaubszeit ja mal die Gelegenheit. Bärbel hatte schon öfters bei Hans die Blumen gegossen, wenn er weg war. Dann könnte ich vielleicht an den Schlüssel kommen. Gut, dass ich schon neue Kameras bestellt hatte, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.
Die erste Aufzeichnung aus dem Vogelhaus öffnete ich noch mit zitternden Fingern. Doch es war bloß Hans, der auf seiner Terrasse eine Zigarette rauchte. Immerhin wusste ich jetzt, dass der Bewegungsmelder funktionierte. Noch ein paar Mal schaute ich Hans beim Rauchen zu, bis ich endlich eine auffällig langen Aufnahme von knapp einer dreiviertel Stunde im Aufnahmeprotokoll auf meinem Rechner entdeckte. Nervös-erregt öffnete ich die zugehörige Datei. War das wirklich so einfach?
Bingo! Hans kam mit Bärbel auf die Terrasse und sie setzten sich zusammen auf die Bank. Das war am Vormittag gewesen, als im Büro war. Gleich zog mein fetter Nachbar meine Frau ganz nah an sich heran, um ihr etwas ins Ohr zu flüstern. Bärbel kuschelte sich geradezu an den alten Sack. Sie lachte ihr glockengelles Lachen, was mir einen kleinen Stich versetzte. Aber gleichzeitig bewies es, dass die Tonqualität der Aufnahme exzellent war.
Doch als Bärbel dann mit der Hand in seinen Schritt langte, geschah etwas Seltsames. Anstatt loszulegen, schob Hans ihre Hand fort und rückte ein wenig von ihr ab. Sie versuchte es weiter, drängte sich an Hans, bis der aufstand, um im Haus zu verschwinden. Offenbar trieben sie es doch nicht auf der Terrasse. Ich schwankte zwischen Erleichterung und Enttäuschung.
Doch ich blieb dran, denn die Aufnahme nahm eine interessante Wendung. Hans kehrte mit einer Flasche Sekt und einer dritten Person zurück, eine attraktive junge Frau im kurzen Rock und einer leichten Strickjacke. Sofort erkannte ich Anna aus der Nachbarschaft. Ich begegnete ihr gelegentlich auf der Straße, sonst hatte ich eigentlich nichts weiter mit ihr zu tun. Sie wohnte noch bei ihren Eltern, Miriam und Jakob, die ich von diversen Nachbarschaftsfeiern kannte. Wir wohnten bestimmt schon 20 Jahre in der gleichen Straße.
„Heute habe ich noch jemanden eingeladen“, eröffnete Hans das Gespräch. „Vorstellen muss ich euch ja wohl nicht. Ihr kennt euch bestimmt.“
Man konnte deutlich sehen, dass Bärbel sich freute aber auch verwirrt wegen dieses Überraschungsbesuchs war. „Hallo Anna! Ich hoffe, dir und deinen Eltern geht es gut. Ich hatte keine Ahnung, dass du auch mit Hans verkehrst ...“
Sie stockte, weil sie sich der ungeschickten Formulierung bewusst wurde. Hans lachte laut und dreckig auf, als der Groschen etwas später auch bei ihm fiel. Dann erklärte er:
„Als mir im letzten Jahr die formidablen Titten aufgefallen sind, die sich da bei Anna entwickelt haben, wollte ich das kleine Luder natürlich näher kennenlernen. Musste nur auf eine günstige Gelegenheit warten.“
Bärbel reagierte geschockt: „Aber Hans, sprich doch nicht so. Entschuldige, Anna, Hans ist manchmal sehr direkt. Das musst du ihm nicht übelnehmen. Er meint es nicht so.“
Nach allem, was ich über meine treulose Frau rausgefunden hatte, wirkte das auf mich ein wenig übertrieben.
„Vielen Dank. Aber machen sie sich mal keine Sorgen“, meldete sich jetzt Anna das erste Mal zu Wort. „Daran habe ich mich längst gewöhnt. Ich kenne Hans schon so lange ... und seit letztem Jahr besonders intensiv. Er ist ein echt guter Freund geworden. Deshalb weiß ich längst, wo seine Vorzüge liegen.“
Inzwischen hatte Hans die Flasche geöffnet und schenkte zwei Gläser ein. „So, dann will ich euch zwei hübschen Stuten mal alleine lassen. Ich wollte eh noch rüber zu Julia. Ihr Mann Timo ist die ganze Woche nicht da und sie braucht Hilfe, sich in der Nachbarschaft einzugewöhnen.“
Das schien Bärbel gar nicht recht zu sein. „Das heißt, du kümmerst dich heute nicht mehr um mich?!“
„Ein anderes Mal, Baby. Und du hast ja später noch deinen Termin mit den Zwillingen. Jetzt könnt ihr beiden euch erst einmal in Ruhe beschnuppern. Das ist eine Belohnung für Anna, weil sie immer so brav mitgemacht hat. Sie ist ein echter Fan von dir, da dachte ich, es wäre an der Zeit, dass ihr euch mal austauscht. Keine Angst, du kannst offen mit ihr reden und sie in alles einweihen.“
Bärbel sah Hans wehmütig hinterher, als er im Haus verschwand. Dann nahm sie ihr Glas und prostete Anna schmunzelnd zu. „So, so, ein Fan ...“
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